Von nun an...nach Süden

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Reisetag 67

Kilometer 13.145

Heute verlassen wir Lubumbashi und die Demokratische Republik Kongo. Der kurze Ausflug nach Norden ist somit wieder beendet und jetzt geht es wirklich über Sambia, Botsuana, Namibia und Südafrika nurnoch nach Südwesten und dann nach Süden. Allzuviele Tage sind es auch nichtmehr die uns noch zum Fahren bleiben...

Um sechs standen wir auf und starteten beim Prince Kitungwa. Alex und Marc hatten kaum geschlafen, ihr Zimmernachbar hat sie die Nacht über mit Celine Dion gequält. Der ursprüngliche Plan einfach an einer der vielen Bäckereien zu halten und zu frühstücken fiel aus weil die Bäcker Lubumbashis auch um acht noch nicht offen hatten!
Zwangsläufig verließen wir die Stadt wieder nach Süden und fuhren durch die kleinen Dörfer. Keinesfalls wollten wir übernachtig und hungrig an der Grenze ankommen. Das wäre für niemanden gut.


Wir halten im Dorf Lumata. Hier gibt's immerhin ein Gebäude auf dem Restaurant steht. Der Koch wird für uns angerufen und er sperrt auf. Wir bekommen Kaffee und Brot. Das Omlette lehnen wir dankend ab. Man verlangt trotzdem so einen Fantasie-Preis, dass all unsere Congo Francs weg sind.
Der Dorfpolizist möchte auch noch mitschneiden und bekommt 2 Dollar Anwesenheitsprämie. So waren wir ein echter Wirtschaftsfaktor in Lumata. Vor dem Restaurant spielen die Kinder am Dienstag Vormittag Billiard.

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Wir fahren zur Grenze. Wieder durch das dreckige Chaos der Grenzstadt zum Kongolesischen Grenzbereich. Man erkennt uns wieder und wir werden wie alte Freunde begrüßt. In Rekordzeit sind die Pässe gestempelt. Kein Mensch möchte eine  "Permise" oder einen Nächtigungsnachweis sehen. Mal wieder zuviele Sorgen gemacht. Der Medizin-Check bleibt uns auch erspart, der alte, uniformierte Arzt kennt uns ja.
Dann das Carnet. Heute hat ein Zöllner Dienst! Er hat das Carnet schonmal gesehen, er füllte es korrekt aus und hatte sogar einen Stempel. Auf meinen Vorschlag hin behält er auch die Abrisszettel die für ihn gedacht sind.
Eigentlich wollte man uns dann ohne 25,- Dollar Parkplatzgebühr durchlassen. Wir hatten ja vor zwei Tagen erst gezahlt. Aber die Jungs wurden am Schranken zurück gepfiffen. Der Chef des Parkplatzes meinte wir sollten schon zahlen. Also jeder 25 Dollar und rüber nach Sambia. Hier ebenfalls alles kein Problem. Die Mädels von der Parkraumbewirtschaftung fragen uns über den Kongo aus. Die Leute seien wirklich nett gewesen? Niemand hätte Steine nach uns geschmissen? Sie hätten soviel gehört...und sie waren alle noch nie auf der anderen Seite. Der sambische Zöllner erzählt von sich aus, dass wir Teil eines historischen Momentes seien da er gerade das erste mal in seiner Karriere ein Carnet ausfüllt. 
Ausser den vielen LKWs scheint hier auch wirklich niemand über die Grenze zu kommen.

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Wieder in Sambia gibt es in der ersten Stadt erstmal eine Pause. Mit Internet. In dem Ort den wir uns als Ziel ausgesucht haben finden wir im Netz keine Unterkunft. Die nächste Stadt ist zuweit, da würden wir in die Dunkelheit kommen. Also kürzen wir unsere Strecke etwas und fahren nur einen Ort nach Kitwe weiter nach Ndola. Die Strecke kennen wir ja und die Autobahn von Kitwe nach Ndola ist schnell gefahren. Für uns perfekt aber überraschend sind heute viel weniger LKW unterwegs als am Sonntag. 

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In Ndola finden wir das Rehma Guesthouse. Ein etwas in die Jahre gekommenes, großes Hotel. Die Gänge und Zimmer sind mit Holz verkleidet und es erinnert alles etwas an ein Schiff.
Wir genießen die heißen Duschen und gehen dann ein paar Straßen weiter in eine Bar um Fußball zu schauen. Zum Essen landen wir in einem teuren Inder aber wir essen so gut wie schon lange nichtmehr. Und keine Pommes, kein Ei und kein Huhn!

Wie war nun unser Ausflug in die Demokratische Republik Kongo? Hauptsächlich überaschend. Lubumbashi und Katanga ist sicher nicht "der Kongo". Zu wohlhabend und geordnet ist dieser Teil des großen Landes. Aber das was wir gesehen haben war sehr angenehm. Sehr angenehme, entspannte Leute. Keine Dauerbettelbelästigung, große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ja, eine gewisse Korruption, hatten wir aber schon viel schlimmer. Und echtes Interesse von der Bevölkerung an uns. Weil es eben praktische keine  Weißen und schon gar keine  weißen Touristen gibt. Vielleicht sollte man sich wirklich daran halten nur in Länder zu reisen für die es mindestens eine Teilreisewarnung gibt...

Morgen geht's an Lusaka vorbei und dann, auf neuen Wegen, soweit wie möglich nach Süden.

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