Zu den Elefanten nach Botswana

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Reisetag 72

Kilometer 14.288

Ein gemütliches aber kühles Frühstück beendete unseren schönen Aufenthalt in Livingstone.
Wir fuhren westwärts, parallel zum Sambesi. Wir müssen nach Kazangula, dem einzigen direkten Grenzübergang von Sambia nach Botswana. Es führt eine Fähre über den Sambesi. Wir sind an einem Quasi-Vierländereck. Auf der ganzen Welt gibt es kein echtes Vierländereck aus souveränen Staaten. Es gibt aber nahe beieinander liegende Dreiländerecke. Hier, auf dem Sambesi sind die zwei Dreiländerecke die sich weltweit am nächsten sind. Etwa 100 m trennen Sambia - Simbabwe - Botswana und Botswana - Namibia - Sambia.
Wenn man es ganz genau nimmt wäre es bei einem echten Vierländereck ja gar nicht möglich direkt von Sambia nach Botswana zu kommen ohne eines der anderen Länder zu berühren. Wir queren genau auf den 100 m Abstand. Mit einem Schiff! Böse Erinnerung werden wach...
Wir kommen an der Sambischen Grenzseite an. Ein paar Fixer probieren es geben aber bald auf. Nach nichtmal 20 Minuten haben wir Pass und das Carnet gestempelt. Wir können neben einem LKW direkt auf die Fähre fahren. Es geht alles so schnell und unkompliziert, dass wir garnicht merken wie wir ablegen. Wir zahlen pro Motorrad 10 Dollar und bis die Quittung geschrieben ist legen wir schon wieder an.
Schnell wieder runter von der Fähre und zum Grenzgebäude von Botswana.
Hier stehen wir kurz an und ratschen mit einem LKW Fahrer. Er versteht absolut nicht was wir da tun. Fahren nur um des Fahrens Willen, er verdient damit sein Geld. Er meint wir Weißen hatten so komische Spiele. Angeln, Fisch raus, Foto und wieder ins Wasser schmeißen, Fische sind doch wertvoll!
Dann Bergsteigen! Wofür?? Hier in der Botswanischen Steppe macht ein Sambischer LKW Fahrer vor wie er mit Eisgeräten aufsteigt. Er würde in seiner spärlichen Freizeit am liebsten schlafen und Kinder machen. Wir müssen herzlich lachen und er hat doch so recht...

72 - Unendliches Land #motorcycletours #motorbiketrip #transalp

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Nach der Einreiseprozedur inklusive Straßengebühr und Versicherung müssen wir noch unsere Schuhe desinfizieren. In Botswana ist das ganze Land durch riesige Zäune getrennt, eine Krankheitsübertragung insbesondere der Maul und Klauen Seuche unter den Rindern soll so vermieden werden. Noch öfter werden wir unsere Schuhe und manchmal die Motorräder desinfizieren müssen. Dafür fährt man durch ein Becken mit brauner Brühe bei dem man eigentlich nicht wissen möchte was drin ist.
Im Grenzort tanken wir und heben Geld ab. Die ersten Südafrikanischen Camper tauchen auf und sind sehr an uns interessiert.
Zu Beginn der Straße der Hinweis, dass vor wilden Tieren gewarnt wird und man tunlichst nicht nachts fahren sollte.
Es dauert nur wenige Kilometer bis links neben der Straße der erste Elefant steht. Botswana ist wieder eine völlig andere Welt! Völlig einsame Natur. Jede Menge Tiere, Elefanten, Hirsche, Zebras und eine flache, weite Fläche.

72 - Die ersten Elefanten neben der Straße...was für ein Gefühl.

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Es ist so einsam auf der Straße, dass uns die wenigen LKW Fahrer die uns entgegen kommen alle Grüßen.
Schnell und auf einer perfekten Straße kommen wir nach Elefant Sands.
Elefant Sands ist eine Lodge und ein Campingplatz um ein Wasserloch herum. Das Wasserloch hat gutes, nicht versalzenes Wasser und wenn alle Löcher ausgetrocknet sind wird hier das Wasser künstlich aufgefüllt. Deswegen kommen die Elefanten gerne her.
Eine kurze Sandpiste führt uns ins Camp. Hütten gibt es keine, alle ausgebucht. Also müssen wir Zelten. Marc und Alex haben keine Schlafsäcke und es wird nachts empfindlich kalt. Ein Grad ist möglich. Wir kommen im Winter an. Man verspricht mit Decken auszuhelfen aber als erste wird darauf hingewiesen, dass diese kosten werden. Ebenso kostet Holz für ein Feuer extra. WLAN sowieso. Ein echter Touristenhotspot also.
Wir werden für die anfänglichen Unfreundlichkeiten entschädigt. Es gibt brühend heiße Duschen und wir bekommen ein unglaubliches Buffet mit sehr, sehr gutem Essen. 
Nach mehrmaligem Nachfragen gibt es auch Decken und die Bezahlung ist kein Thema mehr.
In der Dämmerung ist es dann soweit vier und später fünf Elefanten kommen zum Wasserloch. Sie bleiben den ganzen Abend. So wunderschöne, mächtige Tiere. Wir essen nur vier Meter von ihnen entfernt und es scheint sie nicht zu stören. Wir sind tief beeindruckt.

72 - Sie sind da!!

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Der Campingplatz hat sich gut gefüllt. Überall südafrikanische Camper mit Dachzelten oder Offroad-Wohnwagen. Von nun an wird nurnoch Afrikaans geredet. Und wir werden gleich adoptiert.
Ein bisschen erinnert die Szene an Pfingsten am Gardasee und unsere Landsleute. Aber die Herzlichkeit ist anders. Wir haben abends sehr schöne Gespräche. Die Südafrikaner sind unglaublich an Europa interessiert, und an Motorrädern und an Afrika...welch glückliche Fügung.

Hier in Botswana haben wir ein Stück Afrika verlassen. Bis jetzt haben wir jeden Weißen der uns begegnet ist gegrüßt, jetzt muss man die Einheimischen zwischen all den Touristen suchen.

Nach herzlicher Gastfreundschaft am Feuer unserer Nachbarn geht es in unsere Zelte.



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