Die offizielle Übergabe und Zukunftspläne

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Reisetag 36

Kilometer 7844

Heute weckten uns die Baboons. Eine große Diskussion startete vor unseren Fenstern und auf unserem Dach.
Wir warteten nach dem Frühstück auf die Ankunft von Herrn Simon Ngugi.


Er ist der Area Assistant Director des Kenya Wildlife Service und der Vorgesetzte von Mr. George. Wir hatten eine nette Unterhaltung. Herr Ngugi war bereits auf Einladung des Österreichischen Bergrettungsdienstes in Österreich. Besonders gut hatte ihm das Lesachtal gefallen. Da kann ich ihm nur zustimmen. Wir machen eine offizielle Übergabe mit Hände schütteln und Fototermin und dann führt der Kurs die Benutzung der Trage vor. Gestern eine Stunde Einweisung, heute schon völlig selbständiges Benützen und Anpassen der Trage an die Anforderungen. 
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Auch Herr Ngugi, seine Position entspricht bei uns in etwa der eines Brigadegenerals, ist begeistert. Er hat als junger Offiziersanwärter hier am Naromoru Gate begonnen und war da auch selber Bergretter. Ein zukünftiger Ort für die Trage wird gefunden: Shiptons Hut. Ich bin sehr froh zu wissen, dass unsere Trage bei Praktikern angekommen ist, dass sie sinnvoll eingesetzt werden wird und dass sie auch wirklich gebraucht wird.
Simon Ngugi, Isaac Mugo, der Senior Warden des Camps hier, George und ich schmieden Pläne. Wir laden uns gegenseitig ein, ein zukünftiger enger Kontakt und Austausch werden vereinbart.

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Nach einigen warmen Worten, auch zum Ende des Erste Hilfe Kurses, essen wir alle gemeinsam Mittag und der General verabschiedet sich. Alex und Marc sind auf der Suche nach Internet und mit dem Wunsch nochmal direkt an den Äquator zurück zu kehren mit ihren Maschinen in den Ort gefahren.
Nach und nach gehen auch die Kursteilnehmer. Zwischen dem Kursort und unserem Guest House sind es etwa 500 m den Berg hoch.
Auf der Strecke fragt mich ein externer Teilnehmer ob er mich mitnehmen soll, er wird mit dem Landcruiser seines Arbeitgebers mit Safariaufbau abgeholt. Gerne springe ich auf.
Auf dem steilsten Stück würgt er den Motor ab und der Gang springt raus. Der Jeep beginnt zurück zu rollen. Wir werden immer schneller. Die Bremsen gehen kein bisschen, den Gang bekommt er nicht mehr rein.
Der Fahrer versucht das Auto durch eine halbwegs kontrollierte Kollision mit der Böschung der Straße zu bremsen. Als wir etwas langsamer sind ziehe ich von hinten die Handbremse. Wir stehen!
Wir sind alle mit ein paar blauen Flecken davon gekommen.
Mir kommt das Tiroler Sprichwort "Lieber letz gefahren als gut gegangen" in den Sinn.
Nach 6000 km mit dem Motorrad durch Afrika mit einem Jeep für die Wegersparnis von 300 m zu verunglücken ist schon sehr speziell.
Im Anschluss nütze ich die freie Zeit und fahre mit dem Motorrad die etwa 9 km weiter bergauf zur Wetterstation. Hier endet die Straße. Ich gehe den Pfad Richtung Batian für etwa eine Stunde weiter bergauf. Eine wunderschöne und völlig einsame Landschaft. Zuerst kalter Regenwald, dann oberhalb der Baumgrenze ganz ähnlich zu unseren Bergen. Nur jetzt, am Ende der Regenzeit ist alles aufgeweicht und sumpfig. Überall laufen kleine Bäche und ich muss an Lappland im Sommer denken. 
Die dicken Niesel-Nachmittagswolken verhindern leider jede Aussicht.
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Als ich zurück zum Motorrad komme wartet schon Joseph auf mich. Er ist Ranger und der Guard an der Wetterstation. Er war jetzt zwei Wochen hier oben. Völlig alleine. Morgen kommt seine Ablösung und er hat zwei Wochen frei.
Er freut sich sichtlich über den Besuch und lädt mich auf einen Tee ein. Leider muss ich mich entschuldigen. Alex hatte sich gemeldet. Sie haben am Äquator Schild ein tolles Video mit der unerklärlichen unterschiedlichen Strudeldrehrichtung innerhalb von wenigen Metern gemacht und waren grad auf der Heimfahrt als der reparierte Reifen wieder platt war. Alex konnte diesmal einen Sturz verhindern. Aber alles Werkzeug ist bei mir. Also zurück zum Guest House, Werkzeug einpacken und schnell runter. In der Zeit treffen Alex und Marc Michael, er hat eine Werkstatt. Er fährt mit seinem Motorrad zu  Alex Maschine und repariert den Schlauch in kürzester Zeit.
Die Nachricht erreicht über die bereits erfolgreiche Reparatur erreicht mich beim Fahren nicht mehr. Also treffen wir uns unten an der Hauptstraße. Nach einer kurzen Pause geht es gemeinsam wieder der Berg hoch.
Im Guest House sind wir nun völlig alleine. Wir machen im Kamin feuer, essen zu Abend und spielen Karten. Sehr gemütlich.

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