Addis Abeba und nach Arba Minch

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Reisetag 29 und 30
Kilometer 6284
Am Samstag verbrachten wir einen Ruhetag in Addis Abeba.
Ruhe nicht ganz, in der früh fuhren Marc und Alex noch mit ihren Maschinen zu einer Motorradwerkstatt die Wissam organisiert hatte. Bei Alex muss ja nach dem Sturz die Felge repariert werden, bei Marv muss ein Benzinschlauch ersetzt werden und aus dem Vergaser tropft Benzin.
Felge und Vergaser werden auf Nairobi warten müssen.
Wissam hat einiges an seiner KTM zu tun und möchte dies hier tun. Wahrscheinlich fliegt er von hier nach Dubai um die Teile zu holen und seine Familie mal wieder zu sehen. Hier trennen sich erstmal unsere Wege.
Unser Retter aus dem Morgenland, der einzige Mensch den ich kenne der mit dem eigenen Motorrad über den Khyber-Pass von Pakistan nach Afghanistan gefahren ist und der Mensch der definitiv mehr Geschichten erzählen kann als wir alle zusammen.
Hoffentlich sehen wir uns spätestens wieder wenn er ihm Rahmen seiner Rückreise nach Dubai durch Südeuropa fährt.
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Am Nachmittag schauen wir uns die Kathedrale von Addis an und schlendern etwas über den Markt.
Addis Abeba ist verhältnismäßig jung, gegründet 1886 und es ist eher keine Schönheit. Mit ihrer Höhe bis 3000 m ist sie die dritthöchst gelegene Hauptstadt der Welt.
Die 3,3 Mio Einwohner bewegen sich auf den Straßen eher gesittet. Was gleich auffällt: in Addis gibt es keine Bajajs. Den Personentransport übernehmen hier kleine, weiß-blaue, uralte Lada 1600.
Die fast 9 % jährliches Wirtschaftswachstum Äthiopiens (Weltrekord) sind zu sehen und zu spüren. Zwischen all den kleinen Häuschen und Baracken erheben sich riesige gerade fertig gestellte oder noch in Bau befindliche Hochhäuser.
Schnell finden wir alles was wir brauchen, Unmengen an Obst, leckere Teigtaschen und dann machen wir uns einen gemütlichen Abend im Hotel.
Konyos Guest House ist schon ein bemerkenswerter Ort. Neben uns treffen sich hier Backpacker aus Deutschland und Spanien, ein Tierarzt aus dem Sudan der jetzt mit Antiquitäten handelt und hier eine Filiale eröffnen will, ein Edelsteinhändler aus Sri Lanka und ein Hipster aus Australien der für das Konzert eines Freundes 600 Paar äthiopische Gummilatschen kaufen muss. Der Künstler möchte nur diese und dass diese während seines Konzertes getragen werden.
Es ergeben sich durchaus interessante Gespräche.
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Am nächsten Morgen wieder raus. Mit dem Navi mogeln wir uns irgendwie aus der Stadt.
Auf dieser Strecke werden wir nun sehr entschädigt. Eine ganz gemütliche Fahrt und durch sehr fruchtbares Land.
Es geht den Menschen hier merklich besser. Und es gibt hier keine Touristen mehr.
Die "You, you, yous" verstummen nach und nach.
Es ist Sonntag und die Menschen gehen sichtbar gut gekleidet in die Kirche.
Und noch etwas fällt uns auf: in den Dörfern gibt es nun Moped-Gangs, die wie bei uns, am Sonntag im Ort auf und nieder fahren, manchmal begleiten sie uns ein Stück.
Außerhalb der Dörfer ist der Haupt-Mitbewerber auf der Straße der Esel.
Auch am Sonntag muss Wasser geholt werden.
Die Esel kommen mir hier wie die alten Werkmeister in unseren Fabriken vor.
Ihren Job kennen sie in und auswendig. Sie haben alles schon gesehen, sie sind unersetzbar und wissen das auch. Sie erledigen, wenn auch manchmal mit Murren, jeden Auftrag aber wehe es sagt ihnen jemand wie sie ihre Arbeit zu machen haben.
Die Esel hier gehen ganz selbstständig zur Wasserstelle und zurück, irgendwo hinter drei, vier Eseln läuft dann noch pro forma ein Junge hinterher.
Und wenn der Esel meint der beste Weg zur Wasserstelle beinhaltet das sieben mal hintereinander die Straße diagonal gequert werden muss, dann ist das so.
Oft bleiben wir für diese unersetzlichen Stoiker stehen.
Es wird wieder zurück gewunken und zurück gelacht. Steine werden hier keine mehr geschmissen.
Auch die Benzinsituation scheint sich wieder zu entspannen, wir können ganz normal tanken.
Völlig entspannt erreichen wir Arba Minch. Der Name bedeutet übersetzt "40 Quellen". Der Ort liegt malerisch zwischen dem Abayo See und dem Chamo See. Die großen Seen werden durch einen bewaldeten Hügel namens "Brücke Gottes" getrennt. Ein Großteil des Gebietes ist unberührt und Teil des Nech Sar Nationalparks.
Oben am Hang, genau auf Höhe dieser Hügel liegt die "Paradise Lodge". Der Name ist hier Programm. Die Aussicht auf die Waldlandschaft des Nationalparks, die Brücke Gottes und die beiden Seen ist atemberaubend.
Wir werden mit Erfrischungstüchern und Zimt-Eistee empfangen und fühlen uns an diesem besonderen Ort sofort wohl.
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