Nach Namibia!

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Reisetag 76

Kilometer 15.528

Das Wasser kam gestern nicht mehr. Grund war eine Leitungsbruch irgendwo. Ganz Ghanzi hatte kein Wasser. Deswegen bekamen wir im Restaurant am Ort auch kein Essen. Ohne Wasser hatten sie die Küche zugesperrt. Wir mussten mit vorbereitetem und aufgewärmten Essen von der Theke des hiesigen Spar Supermarktes vorlieb nehmen. Aber wir hatten schon schlechtere Essen...
Da wir nicht duschen konnten bekamen wir warmes Wasser in Kübeln und unser netter Gastgeber machte uns heute früh ein gratis Frühstück als Entschädigung.
Und dann passierte mir etwas wirklich unangenehmes. Ich wollte beim Packen Platz machen und schob mein Motorrad zurück. Dabei kam ich an Alex Maschine an, brachte sie aus dem Gleichgewicht und sie viel um. Leider genau gegen den Stahlpfosten des Flugdachs unter dem wir standen. In Alex Tank ist eine riesige Beule. So wie es ausschaut ist der Tank zum Glück aber noch dicht.
Nach all den Stürzen die wir hatten entsteht der größte Schaden an einem der Motorräder durch Anparken durch mich...

Nach Aufrichten und fertig Packen ging es schnell auf die Straße, eine lange Strecke wartete auf uns.

Und nun sind die 15.000 km geknackt! Ursprünglich wollten wir nach dieser Strecke schon fast in Kapstadt sein. Gute 2500 km werden wir mehr brauchen, aber wir nähern uns nun wirklich einem Ende!
Über das Geld brauchen wir gar nicht reden. Die Spenden sind selbst noch weit von der Hälfte entfernt wenn wir bei den 15.000 bleiben. Schade, wir hatten mehr erhofft.

In genau zwei Wochen geht unser Flieger von Kapstadt heim und heute haben wir unsere vorletzte Grenze passiert.

76 - Warnung vor der Wildsau

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Der 15. Grenzübergang seit Israel führte uns in das 14. und vorletzte Land, nach Namibia. Dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Im Gegensatz zu Tansania sieht man hier die Spuren der deutschen Kolonialherren noch deutlich. Deutsche Ortsnamen sind an der Tagesordnung.
In der früh ist es empfindlich kalt. Erst ab neun gewinnt die Sonne soviel Kraft, dass wir sie spüren. Die San sehen im Mond das Böse und Kälte...kein Wunder bei einem solchen Tageszeitenklima.
Weiter durch die Savanne. Wir sind nun auf dem ganz offiziellen Trans Kalahari Highway. Diese Strecke führt von der Walfis Bay in Namibia nach Johannesburg in Südafrika. Dafür führt sie mitten durch die Kalahari und durch das benachbarte Botswana. Die Strecke ist bereits 1850 erkundet worden aber erst seit 1998 ist die Strecke vollständig asphaltiert. Der Weg ist  gegenüber der üblichen Südroute um 400 km kürzer.
Parallel dazu sollte auch eine Bahnlinie verlaufen. Es gibt bereits eine Strecke von der Walfis Bay über Windhoek nach Gobabis. Wir fahren teilweise an ihr entlang. Sie ist aus den 20ern und somit eine der wenigen Namibischen Bahnstrecken die nicht mehr aus deutscher Produktion ist. Auch wenn die Gleise nicht so wirken, es gibt einen Zugverkehr. Eine Diesellok mit offenen Güterwagen überholen wir sogar.
Die Weiterführung der Strecke durch die Kalahari wurde aber aufgrund der erwarteten Unrentabilität doch nicht durchgeführt.
Kurz vor Windhoek ändert sich die Landschaft. Es wird wunderschön hügelig. Durch Kurven hindurch kommen wir in der Hauptstadt an.
Auf den ersten Blick eine sehr sympathische Stadt, sie wirkt sehr europäisch.
Die deutsche Kolonialzeit dauerte nur 31 Jahre aber die Prägung wirkt immens. Unser nettes Guest House ist Puccini- Ecke Mahler-STRASSE. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind "Die alte Feste", "Das Reiterdenkmal" und die "Christuskirche". Und in welcher Stadt haben Bismarck, Mugabe und Castro schon Straßen in unmittelbarer Nähe?

76 - Die Geschichte Namibias kurz und knapp zusammengefasst...

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Wir spazieren in die Stadt und essen in einem netten Lokal. Die Wirtin Eva beginnt ein Gespräch mit uns. Mit dem Motorrad durch Afrika? Das war immer ihr größter Traum! Überhaupt mal mit einem Motorrad mitfahren! In der Tat haben wir hier keine Motorräder, auch fast keine Mopeds gesehen. Ist im zweit-dünnst besiedelten Land nach der Mongolei auch nicht so praktisch...
Wie gerne würde sie mit uns bis nach Swakopmund fahren. Naja, warum eigentlich nicht. Wir vereinbaren mit ihr morgen wieder bei ihr zu essen und wenn sie einen Helm besorgen kann nehmen wir sie übermorgen mit nach Swakopmund am Atlantik!


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