Elefantenbabys und Giraffen

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Reisetag 40

Kilometer 8046

Wir genießen das Familienleben und die unendliche Gastfreundschaft von Zsuzsanna, Flo und Ella in Nairobi.

Heute fuhren wir zuerst zum David Sheldrick Park. Diese Stiftung existiert schon seit den 70ern. Ziel ist es Waisenelefanten zu retten, aufzuziehen und wieder auszuwildern. Mittlerweile werden auch Nashörner aufgenommen und versorgt. Wir dürfen hier bei der Fütterung zweier Elefantengruppen dabei sein. Der Grund warum ein Elefantenbaby seine Mutter verliert sind vielfältig. In der Stiftung werden natürliche und menschliche Gründe für den Tod der Mutter unterschieden.
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Typische natürliche Gründe sind der Tod durch eine Krankheit oder durch Dürre. Derzeit ist die Regenzeit ungewöhnlich lang und intensiv. Auf unserer Herfahrt haben wir einige Hochwasser führende Flüsse gekreuzt. Durch Dammbrüche sind in den letzten Wochen auch viele Kenianer ums Leben gekommen.
Die Jahre zuvor waren aber sehr, sehr trocken. So sind viele Elefanten in der Dürre verhungert und einige der derzeit 23 Elefantenkinder sind so zu Waisen geworden.
Menschliche Gründe sind fast immer Wilderei. Die Elefantenkühe werde entweder für ihr Elfenbein gleich erschossen oder in Fallen gefangen bis sie verenden. Eines der Elefantenjungen hatte ein großes Loch seitlich im Rüssel. Es war ebenfalls in der Falle und hatte sich verzweifelt versucht zu befreien umd dabei fast den Rüssel amputiert. Trotz OPs heilt der Rüssel nur langsam. Auch an vielen anderen Elefantenbabys kann man anhand der Narben die bewegte Geschichte erahnen.
George vom Mt. Kenya hatte uns schon von ihrer Arbeit als Ranger berichtet.
Die Schutzparks sind riesig, zum Teil haben sie die Größe Israels. Die Wilderer brechen an einer Stelle in den Park ein und verstecken sich dann bis zu einer Woche. Sie wüssten genau wo sich welche Tiere befänden.
Nach einigen Tagen im Versteck, wenn ihre Fußspuren endgültig verschwunden sind, schlagen sie zu. Innerhalb von wenigen Stunden ist der Elefant oder das Nashorn mit großkalibrigen Schnellfeuergewehren erlegt, die Hörner oder Stoßzähne abgetrennt und die Wilderergruppen sind aus dem Park draußen.
Die Dealer sitzen in Kenia, die Käufer und Auftraggeber meist in Asien.
Die Ranger versuchen die Wilderer mit Hunden und Wärmebildkameras zu finden. Wenn sie sie entdecken und die Wilderer bewaffnet sind wird sofort geschoßen. Mit Wilderern wird nicht verhandelt. Trotzdem sterben jedes Jahr Ranger im Dienst.
Die Ranger sind mit deutschen G 3 oder russischen AK 47 ausgerüstet. Die moderneren G 36 und AK 12 seien ihnen auch angeboten worden aber mit ihrem kleinen Nato Kaliber von 5,56 x 45 seien diese nicht mannstoppend. George meinte dies seien "Human Rights Guns", und daher zu gefährlich für ihre Arbeit. Einer Sichtweise die wahrscheinlich jeder deutsche Soldaten mit Einsatzerfahrung nachvollziehen kann.
Elefantenbabys brauchen mindestens die ersten zwei Jahre Muttermilch sonst überleben sie nicht. Danach werden sie noch Mischgefüttert, Milch und Grünzeug. 
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Wenn die Elefanten fünf Jahre alt sind kommen sie in den 12.000 qkm großen Tsavo Nationalpark und die Auswilderung beginnt. Nach und nach werden die Kleinen auch an die dort lebenden, wilden Elefanten gewöhnt und irgendwann werden sie von einer der Herden adoptiert. Sie lernen in diesen Herden dann auch wieder, dass Menschen grundsätzlich gefährlich sind. Dann ist die Arbeit der Sheldrick Stiftung beendet. Die Auswilderung dauert nochmal ca. drei Jahre.
Während die Kleinen mit Flaschen gesäugt werden und sich im Schlamm suhlen stellt einer der Tierpfleger die Tiere vor und hält einen flammenden Appell, dass kein Mensch das Recht habe ein Lebewesen nur für seine Zähne, sein Fell oder sein Fleisch zu töten und dass das nur wir als Konsumenten ändern könnten.
Wie verrückt wirkt inmitten dieser kleinen, hilfsbedürftigen Elefantenwaisen die Entscheidung von Präsident Trump nach vielen Volten die Einfuhr von Elefantenprodukten in die USA wieder zu erlauben. Wie weit wir schon mal glaubten zu sein...
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Für nur 50,- Dollar pro Jahr kann man Pate eines Elefantenbabys werden. Bis sie ausgewildert werden wird man auch regelmäßig über das Wohlergehen des Paten"kindes" informiert. Die Homepage des David Sheldrick Wildlife Trust findet Ihr in unserer "Freunde" Sektion.
Im Anschluss fuhren wir ins Giraffe-Centre. Dieses wurde ebenfalls in den 70ern gegründet um das Überleben der fast ausgestorbenen Rothschild Giraffe zu sichern.
Damals gab es nur noch ca. 130Exemplare der imposanten Tiere. Heute schätzt man den Bestand auf 1700 Tiere. Somit ist sie aber immernoch stark gefährdet. Hier im Park sind die Giraffen sehr an den Menschen gewöhnt und man kann sie direkt füttern. Die Bullen werden bis zu 6 Meter groß. Wunderschöne, riesige Tiere. Mit ihren langen Zungen zupfen sie Blätter von den Bäumen. Oder sie nehmen feinfühlig Futter aus den Händen und bei den ganz wagemutigen, aus den Mündern der Besucher.
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Als ich kein Futter mehr habe und einer enttäuschten Giraffenkuh nur über den Kopf streichel meint einer der Tierpfleger lapidar: "Food for friendship...nothing is for free".
Nach den Tieren gingen wir noch teuer Essen und schafften es gerade vor Beginn des mörderischen Berufsverkehrs Nairobis wieder bei unseren Gastgebern zu sein.
Für morgen ist der Besuch des SOS Kinderdorfes in Nairobi geplant.
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